Clever: Wechselgeld als Spende

Manche Ideen sind zu einfach und profan. Wahrscheinlich ist deshalb noch niemand darauf gekommen, das nutzlose Wechselgeld bei jedem Einkauf einfach als Spende zu deklarieren und wieder zurück in die Kasse gehen zu lassen. Super Sache, mit einem kleinen Haken. Sie beruht auf unserem Konsum. Eine Milchmädchenrechnung also?

Bitte aufrunden, Elefunds!

Zwei wirklich spannende Projekte werden 2012 (wahrscheinlich) durchstarten: Die Aktion “Deutschland rundet auf” und “Elefunds”. Beide teilen sich die selbe Idee. Die einen offline, die anderen online. Und mit ganz unterschiedlichen Herangehensweisen. Zwar sammeln beide das Wechselgeld für nachhaltige und soziale Projekte, “Deutschland rundet auf” hat sich dabei aber mehr als ungeeignete Partner ins Boot geholt.

Ab dem 1. März können spendierfreudige Kunden unter anderem bei KiK, Penny oder Netto mit dem Hinweis “Aufrunden bitte” auf den nächsthöheren 10-Cent-Betrag aufrunden und den Einkauf endlich nachhaltig gestalten. Das ist in etwa so, wie wenn Marlboro bei jedem Kauf eines Big Pack’s an die Deutsche Krebshilfe oder Haribo mit jeder verkauften Colorado-Monstertüte 10 Cent an Diabeteskranke spenden würde.

Anstatt Mitarbeiter fair zu behandeln, Produktionsprozesse nachhaltiger zu gestalten oder auf Gift in den Klamotten und Waren zu verzichten, bietet man dem Kunden ganz einfach an, beim Bezahlen mit kleinen Cent-Beträgen die Seele wieder reinzuwaschen. Clever! Das nennt man dann Greenwashing, oder? Der Schaden, den man mit einem 1,50 € T-Shirt angerichtet hat, dürfte dabei deutlich über 10 Cent liegen. Vielleicht kann das jemand ja mal ausrechnen.

Irgendwie anders: der nette Spenden-Elefant

Das kürzlich gestartete Projekt Elefunds gibt sich insgesamt etwas authentischer. Schießlich entstand die Idee ja auch im Rahmen vom Funpreneur-Wettbewerb, in dem Studenten kreativ werden und Firmen gründen.

Statt an der Supermarkt-Kasse aufzurunden, setzen die vier Jungs (Tim, Yannick, Christoph und David) auf e-Commerce. Mit jeder Online-Bestellung kann man so den virtuellen Betrag aufrunden und digital in Lichtgeschwindigkeit an elefunds beamen. Wer hier mit im Boot sein wird kann man leider noch nicht sagen, aber die Jungs kriegen vorab schonmal einige Vorschusslorbeeren, allein für die Aufmachung und Underdog und Internet und so.

Auf jeden Fall eine schöne Idee, mit jedem Einkauf einen kleinen Beitrag zu leisten. Während uns die säuselnde Stimme von Till Schweiger dann im nächsten Jahr in nervigen Werbespots zum Aufrunden bittet, werden wir online hoffentlich auf die ersten Shops mit Elefunds stoßen. Abwarten und Tee trinken.

Spenden im Web 2.0

Spenden ist ein leidiges Thema, denn es ist an allen Seiten emotional aufgeladen. Dass viele jüngere Menschen keine Lust haben ihr hart verdientes Geld per Dauerüberweisung in ein dunkles Loch zu schmeissen, ohne zu wissen wo auf der Welt damit was und wann gebaut wird, ist schon seit Jahren bekannt. Auch wenn wir laut einer aktuellen Studie selbt in Krisenzeiten die Spendierhosen anhaben: es ist ein relativ untransparentes Feld.

Ganz anders verhält es sich bei den neuen Spendenportalen wie betterplace.org oder reset.to. Hier kann man ganz bequem über’s Internet Euros in Projekte investieren und diese bis zum Schluss verfolgen, Freunde über Facebook einladen auch zu spenden und der Oma den entsprechenden Link via E-Mail zuschicken. Das Schöne dabei: auf den Portalen werden viele kleine Projekte unterstützt, die somit ohne aufwändige Werbekampagnen Geld sammeln können.

Katrin Bauerfeind hat zu dem Thema einen sehenswerten Beitrag auf ZDF.kultur fabriziert:


Bauerfeind am 14. August 2011

via Hannes Jaehnert

Nächstenliebe!

Update:
Danke an Jasmin, die uns auf einen kleinen Fehler hingewiesen hat. LUSH stellt keine “kontrollierte Naturkosmetik” her, ist also nicht zertifiziert. Tanja Umbach von LUSH meinte dazu in einer E-Mail: “Wir machen keine zertifizierte Naturkosmetik, aber wir verwenden nur sichere synthetische Inhaltsstoffe und das auch nur in sehr geringen Mengen.” Wie schwierig das manchmal mit den Begriffen und Definitionen in der Kosmetik sein kann, haben wir ja bereits erwähnt.  Sorry für den Faupax!

Seit 1995 stellen Mark und “seine Bande” handgemachte Naturkosmetik Kosmetik unter dem Label LUSH her. Immer mit Bedacht auf nachhaltigen Einkauf der Rohstoffe, frei von Tierversuchen, Palmöl und weitestgehend künstliche Zusatzstoffe. Die Besonderheit dabei: ein Großteil der Produkte bleibt unverpackt. Der Rest wird durch Recycling-Verpackung geschützt. LUSH verwendet dabei vor allem frisches Gemüse, Obst und ätherische Öle.

LUSH achtet aber nicht nur auf natürliche Zutaten, sondern auch auf einen fairen und nachhaltigen Einkauf. Und weil es manchmal nicht reicht, einfach nur schöne Produkte anzubieten, engagieren sich die Jungs und Mädels mit einem spannenden Projekt bei sozialen und nachhaltigen Projekten. Mit der Bodylotion “Nächstenliebe”.

Eincremen & helfen

Wer sich bei LUSH “Nächstenliebe” für 19,95 € gönnt, tut nicht nur seiner Haut und dem eigenen Karma etwas Gutes. 16,76 € (also der Geamtbetrag ohne MwSt.) wandert direkt in einen Spendentopf, mit dem gemeinnützige Projekte unterstützt werden. Welche, das sollen die Kunden und Mitarbeiter am Besten selbst bestimmen, denn via naechstenliebe@lush.de kann man ganz unkompliziert Vereine und Organisationen vorschlagen, die vom Spendentopf unterstützt werden könnten.

Als bioheldinnen und biohelden könnt ihr “Nächstenliebe” ganz einfach supporten: die Bodylotion bestellen, Euren Freunden vom Projekt erzählen, oder Tanja via E-Mail interesannte Projekte vorschlagen.

Bisher konnten der Naturefund e.V., die German Toilet Organization e. V. und der berühmte Prinzessinengarten in Berlin aus dem “Nächstenliebe”-Spendentopf unterstützt werden. Wir sind sehr gespannt, welche Vereine in Zukunft von Eurer Nächstenliebe profitieren können und wünschen Tanja weiterhin viel Erfolg mit diesem wunderbaren Projekt.