Fisch mit 3 Augen in der Nähe eines Atomkraftwerks geangelt

Foto: Infobae

Is this real? Jeder von euch kennt wahrscheinlich den 3-äugigen Fisch aus “Die Simpsons”, der sich in der Nähre von Mr. Burns Atomkraftwerk herumtreibt. In einer Folge landet ein Exemplar sogar auf seinem Teller. Ich bin noch etwas skeptisch, denn erst letztens haben wir hier darüber diskutiert, ob der einäugige Hai unter Umständen nur ein Fake sein könnte. Jetzt sind Fotos eines 3-äugigen Fisches aufgetaucht. Und als ob das nicht reichen würde, wurde dieser auch noch in Argentinen unnah eines Atomkraftwerks gefischt.

Im Internet tauchen immer wieder gut retuschierte Fotos von angeblichen Mutationen oder Naturwundern auf, die sich rasend verbreiten. Laut Meldung scheint der “Simpsons-Fisch” aus einem See zu stammen, in den warmes Wasser eines benachbarten AKWs gepumpt wird. Anwohner haben sich schon desöfteren über seltsame Mutationen beschwert.

Don’t forget Fukushima

Im März diesen Jahres kam es im Kernkraftwerk Fukushima in Japan aufgrund eines vorangegangenen Tsunamis zu einer Reihe von Unfällen, die nicht nur die Region, sondern das ganze Land wohl für mehrere Jahrzehnte beschäftigen wird. Wie groß die Auswirkungen tatsächlich sein werden lässt sich immernoch nicht zuverlässig vorhersagen, da die japanische Regierung bis heute wenig zur Aufklärung der Bevölkerung beigetragen hat.

Hierzulande wurde die große Welle an Eilmeldungen und Bewegtbildern einer qualmenden AKW-Anlage von anderen aktuelleren Themen weitestgehend verdrängt. Zwar schien die Demonstrationsbewegung in Deutschland japanischen Aufwind diesen Sommer zu erleben, an Stammtischen, in den Nachrichten und Talkshows, in Zeitungen und der Kaffeepause geht es aber inzwischen wieder um Schlagzeilen wie “Fußballschauen wird billiger” oder was Hitlers Lesebrille kostet. Fukuwas?

Vergessen & Schützen

Bei gefühlten 10.000 sogenannten “Breaking News” am Tag, werden Ereignisse wie Fukushima binnen weniger Wochen, wenn nicht sogar Tage, aus unserer Welt verdrängt. Zwangsläufig. Denn angesichts der Flut an Informationen, Nachrichten und Horrorgeschichten fällt es schwer monatelang einem Thema die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, zu reflektieren, zu trauern und zu verarbeiten. Eine unvermeintliche Distanz wird aufgebaut, die Tagesschau verkommt zu einem Spielfilm inmitten von anderen Spielfilmen. Ein Schutzschild, um in einer irren Welt die Haltung zu wahren. Ein Schild das im Fall Fukushima dafür sorgt, dass wir in Sachen Atomkraft nicht an die Risiken und unsere Fassungslosigkeit im März, sondern an steigende Energiekosten denken.

Taschen wie Erinnerungskärtchen zu tragen, kann helfen Fukushima etwas länger in unseren Köpfen zu behalten. Wenn der Reaktorunfall in Japan Einfluss auf unsere heimischen Pilze gehabt hätte, könnte man dem Thema noch eine Überlebenschance einräumen. So wie es aussieht, wird März 2012 allerdings kaum noch einer Wissen, was er mit dem Begriff Fukushima anfangen soll.