Repair-It-Yourself-Shuh

Geplante Obsolenz. So nennt man das, wenn verrückte Wissenschaftler in den Laboren dieser Welt bewusst Fehler in Produkte einbauen, um die Lebenszeit zu verkürzen. Deshalb geht der iPod auch nach exakt 3.939 Stunden Laufzeit in Flammen auf oder verweigert die Waschmaschine spätestens nach 2.194 Schleudergängen ihren Dienst. Das kurbelt die Wirtschaft an und bildet schon seit langer Zeit die Grundlage für unser ewiges Wachstum. Wieder was gelernt.

Umso schöner, wenn sich Hersteller dem Konsumwahnsinn bewusst verschliessen und ein Produkt entwickeln, das extra lang leben soll. Eugenia Morpurgo von der Design Academy Eindhoven hat mit seinem RIY-Schuh (Repair It Yourself) ein sehr schickes Zeichen gegen die geplante Obsolenz gesetzt. Der wird nämlich mit austauschbarer Sole und allerhand passendem Reparatur-Zeug geliefert und dürfte damit in die Hall of Fame der langlebigsten Produkte der Welt eingehen, direkt hinter dem ersten Gameboy. Schickes Schuhwerk, oder?

MUFFINS ARE FRIENDS! NOT FOOD!

Bäm! Auf dem Heldenmarkt in Stuttgart ist mir ilovemixtapes schon äußerst sympathisch, da mit schicken nerdigem Touch der Motive, aufgefallen. So lieb und nett der Kerl hinter dem Wühltisch (Praktikant, Chef, Designer ?!) auch aussah, nach einem halbstündigen Vortrag über Zahnöl und einer darauf folgenden Präsentation über Senf und der 35 Euro-Suppe (immerhin mit kostenlosem Brot), hatte ich irgendwie keine große Lust mehr auf Messetalk.

Schade eigentlich, die Konsumgüter von ilovemixtapes sind für mich echte Killer auf dem Ökomodemarkt – da kommt erstmal so schnell keiner an meinen persönlichen Geschmack ran.

 

Euer Ökomodelabel 2011 stellt sich vor: Pearls of Laja

Wir haben immer noch einen Brummschädel von der Party! Am 1. November habt ihr das Ökomodelabel Pearls of Laja zu eurem Liebling 2011 gemacht. Mit mehr als 500 Votes hat die Damenjeans jede Konkurrenz hinter sich gelassen. Eins steht jetzt schon fest: das war sicher nicht das letzte mal. Nächstes Jahr suchen wir wieder euer Lieblings-Ökomodelabel – diesmal größer, bunter, geiler & toller. Das wird super, versprochen.

Jetzt erstmal haben wir Katja und Daniela von Pearls of Laja dazu eingeladen, sich selbst bei euch vorzustellen und Danke zu sagen:

Zuerst möchten wir uns bei all denen Bedanken, die uns zu diesem unglaublichen Sieg verholfen haben.
Den Kundinnen die bereits mit Begeisterung die Beauty-Jeans tragen, unseren wundervollen Anprobenmodellen, unserer Familie, Freunden und nicht zuletzt unseren Fans…die für uns gevotet haben…DANKE SCHÖN

Unser Slogan – Wir sind Frauen keine Mädchen – spiegelt mit wenigen Worten EINEN Teil unserer Philosophie wieder. Die Beauty-Jeans ist ein kostbares Produkt für selbstbewusste Frauen die stolz auf ihre femininen Kurven sind und wissen, wie sie ihren Knack-Po perfekt in Szene setzen.

Zur Jeans gehört ein speziell angepasster Elastikgürtel aus Naturlatex, welcher die Passform an Gesäß und Hüfte optimiert – ganz ohne zu kneifen. Das Besondere daran ist, daß man dadurch mehrere Figurtypen abdecken kann. Die schöne Schließe aus nickelfreiem Metall ist so flach, daß sie selbst unter einem engen Shirt nicht zu sehen ist. Zudem wird jede einzelne Jeanshose in einer außergewöhnlich praktischen Denim-Henkeltasche ausgeliefert. Somit erhält die Kundin beim Kauf einer Beauty-Jeans gleichzeitig ein zweites hübsches Accessoire dazu.

Der ZWEITE Punkt, der uns ebenso wichtig ist wie der Designaspekt, ist die ökologisch korrekte Produktion der Beauty-Jeans und aller Pearls of Laja Modelle. Die Beauty-Jeans ist aus geschmeidigem, GOTS zertifiziertem Bio-Denim und auch die Waschung ist selbstverständlich ökologisch sowie GOTS zertifiziert. Somit gönnt man nicht nur sich selbst sondern auch der Umwelt etwas Gutes. Design und Nachhaltigkeit sind keineswegs ein Widerspruch. Die Beauty Jeans beweist, dass man beides unter einen Hut bringen kann.

Uns ist die Herausforderung perfekt gelungen eine Bio-Jeans zu entwickeln die den Glamour Münchens wiederspiegelt, die Bedürfnisse sexier Frauen deckt und zugleich ökologisch und ethisch korrekt ist.

Die Beauty-Jeans gibt es ab Anfang Dezember im ausgewählten Fachhandel. Eine Liste dazu findet ihr unter: www.pearlsoflaja.com/haendlerliste.html

Ausserdem könnt ihr uns und die Beauty-Jeans in unserem Temporary Store am Lenbachplatz 2 in München direkt besuchen und kennen lernen. Die genauen Öffnungszeiten veröffentlichen wir in Kürze auf unserer Website (www.pearlsoflaja.com ) und bei Facebook (www.facebook.com/PearlsofLaja).

Wir freuen uns auf Euch…Dany&Katja

Puma: 145 Mio. Euro Umweltschäden & kompostierbare Sportbekleidung

© 2011 Puma

Wenn ein Großkonzern wie Puma mit gleich zwei nachhaltigen Themen in der Presse auftaucht, fällt es schwer nicht zuzuhören. Zumal Puma ja im Contest gegen Adidas und Nike keine ganz so schlechte Figur abgegeben hat. Zum einen hat man gestern die schlussendliche Summe für die in 2010 verursachten Umweltschäden mit 145 Millionen Euro beziffert, zum anderen die frohe Kunde verbreitet, dass Puma die wohl erste kompostierbare Sportkleidung der Welt entwickelt hat bzw. gerade entwickelt.

Mit den OAT Shoes haben die Jungs und Mädels aus Herzogenaurach schon mal einen Vertrauensbonus, was funktionierende Ökoklamotten angeht. In der Tat scheinen also bereits seit längerem verrückte Wissenschaftler in den Puma-Labors an recyclebaren bzw. kompostierbaren Schuhen, T-Shirts und Taschen zu experimentieren. Bleibt abzuwarten, wann die Dinger auf den Markt kommen und was das Umweltbundesamt dazu sagt, wenn Millionen von Bürgern ihre Schuhe im Garten verbuddeln.

Was die Bilanz in Sachen Umweltschäden angeht, würde man gerne den Hut vor so viel Ehrlichkeit und Transparenz ziehen – nur vor was? Die Berechnung der einzelnen Schritte von der Produktion bis zum Einzelhandel wurde von PricewaterhouseCoopers und Trucost durchgeführt. Unternehmen wie BASF, Coca Cola, Daimler oder Siemens scheinen bereits Interesse an der Umweltschaden-Bilanz angemeldet zu haben. So wirklich durchsichtig ist das nicht, müsste man sich aber mal genauer ansehen. (Wer hat Lust?)

Ehrenwerte Schritte von wichtigen Entscheidungsträgern mit viel Verantwortung, die hoffentlich nicht in der Greenwashing-Anlage landen, sondern wirklich zu mehr Transparenz führen.

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Süße, faire Ökoshirts aus Aachen

Gestern erreichte unser Hauptquartier eine frohe Kunde. Printe aus Aachen ist an den Start gegangen und erweitert den ökorrekten Kleiderschrank aller Helden um ein paar witzige T-Shirts. Sechs unterschiedliche Motive aus der Feder der Designerin Annika Kuhn, gedruckt auf fairen gehandelten Shirts aus Bio-Baumwolle kann man seit gestern für knapp 40,- € auf DaWanda erwerben. Happiger Preis, der sich aber lohnen dürfte. Annika verspricht nämlich:

Ich wollte für Printe T-Shirts machen, die das Potenzial haben, Lieblingsshirts zu werden. Also hab ich Motive entwickelt, die witzig und ausgefallen sind, phantasievoll aber nicht schrullig oder skurril. Die Basic-Shirts sind aus super flauschigem Stoff und lassen sich bestens mit allem kombinieren, was der Kleiderschrank hergibt. Wir haben schöne Schnitte und Farben und alles ist erstklassig vernäht. Der Druck ist absolut waschresistent und die Shirts bleiben farbecht.

Das Logo des aachener Modelabels soll wohl eine leckende Printe darstellen, mit den Motiven wird vor allem die modebewusste Öko-Frau ihre Freude haben. Alles in allem macht Printe einen schönen Eindruck. Allerdings fehlt mir hier persönlich irgendwie die komplette Story. Wie kam Annika beispielsweise auf die Idee, Ökoshirts anzubieten? Wo kommt das Material her, welche Bedeutung haben eigentlich die Motive und wieso sollte man sich ein Albtraum-Poster an die Wand hängen? Viele Fragen, die hoffentlich bald geklärt werden.

Ansonsten darf man sich über den sympathischen Neuzugang freuen. Kann ja nie genug Ökomode geben, wa?

2.985 Stimmen für ökorrekte Klamotten

Bildquelle: Photocase (prokop)

Als wir euch Anfang September dazu aufgerufen haben, uns eure Lieblings-Ökomodelabel zu schicken, haben wir mit vielem gerechnet, nur nicht damit. Fast 3.000 Stimmen wurden im Oktober abgegeben, die Resonanz war atemberaubend.

Ehrlichgesagt fehlen uns ein wenig die Worte. Zum einen waren wir über diese wunderbare Vielfalt an unterschiedlicher Mode, unterschiedlichen Ansätzen und Ideen irgendwie baff. Andererseits finden wir dieses Zeichen, dass ihr alle gemeinsam gesetzt habt, einfach unfassbar.  2.985 Stimmen für ökorrekte Klamotten und wenn wir die Abstimmung etwas länger hätten laufen lassen, es wären ohne Probleme doppelt so viele geworden. Vielen Dank ihr bioheldinnen und biohelden da draussen. Wir sind stolz auf Euch!

And the winner is…

…quasi ein Underdog, zumindest für uns. Ein Label das wir gar nicht auf dem Zettel hatten und doch mit 17%  fast 100 Stimmen mehr als der Zweitplatzierte recolution einfahren konnte. Schande über uns! Aber fairerweise muss man sagen, dass sich unser Interesse für Damen-Jeans in letzter Zeit ein wenig in Grenzen gehalten hat. Schade eigentlich, denn mit Pearls of Laja haben die beiden sympathischen Damen, Daniela und Katja, einen echten Renner entwickelt.

Eine GOTS-zertifizierte Öko-Damenjeans, die sich durch ihren innovativen Schnitt auch etwas fülligeren Popos anpasst und dank dem Verzicht auf Chemie die Haut schont. Geliefert wird die hochwertige Premium-Jeans mit einem Naturlatex-Gürtel, der für ein “maßgeschneidertes Tragegefühl” sorgt und einen flacheren Bauch zaubert. Verpackt in einer Tasche, die aus den Resten der Jeans gefertigt wurde. Super Idee, wie wir finden.

Hört sich alles sehr spannend an, deshalb werden wir den beiden Mädels demnächst die Chance geben ihren 503 Fans hier auf bioheld.de zu danken und sich selbst vorzustellen. Das haben sie sich verdient!

recolution, armedangels und alle anderen

Herzlichen Glückwunsch natürlich auch an recolution, die mit Ihrem sehr trendigen Label zeigen, dass Ökomode nichts mehr mit Jutesack und Jesuslatschen zu tun hat. armedangels war eigentlich unser geheimer Favorit, leider haben die bewaffneten Engel zu spät vom Contest Wind bekommen. Innerhalb weniger Tage haben sie sich vom hinteren Mittelfeld auf den 3. Platz gekämpft – super Leistung, die es an dieser Stelle hervorzuheben gilt.

Wie auch immer. Das Wichtigste:  Ökomode rockt und wird immer beliebter. Im nächsten Jahr veranstalten wir dann eine Modeschau mit den Gewinnern, oder?

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UNICEF + threadless – Buy Good Shirts, do good

Die neue Aktion von UNICEF und threadless überzeugt. Dort gibt es jetzt nämlich T-Shirts, deren Erlös zu 100% in die jeweiligen Motive fliesst. Das Shirt mit dem Moskito drauf beispielsweise ist für $18,57 zu haben. So viel kostet ein wirklich sicheres Moskito-Netz. Das Wassereimer-Motiv kostet stolze $125,55 und finanziert ein Trinkwasser-Kit für Familien. Wer gerade Omas Erspartes geerbt hat, kann sich auch das Cargo Flight Shirt gönnen. $300,000, so viel kostet ein Frachtflug. Eine simple Idee, die wirkt. Buy Good Shirts, do good.

(via Nerdcore)

bioheld Lieblings-Ökomodelabel 2011 – Die Abstimmung

Bildquelle: Photocase (prokop)

[UPDATE]
“Pearls of Laja” darf sich seit dem 1. November “Lieblings-Ökomodelabel 2011″ nennen. Alle Infos dazu gibt’s hier!

Es ist angerichtet! Bis zum 1. November könnt ihr eure Stimme für das bioheld Lieblings-Öko-Modelabel 2011 abgeben. Der Übericht halber findet ihr unter der Voting-Machine-3000 alle 45 Nominierten Labels zum Durchklicken. Let’s vote!

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Don’t forget Fukushima

Im März diesen Jahres kam es im Kernkraftwerk Fukushima in Japan aufgrund eines vorangegangenen Tsunamis zu einer Reihe von Unfällen, die nicht nur die Region, sondern das ganze Land wohl für mehrere Jahrzehnte beschäftigen wird. Wie groß die Auswirkungen tatsächlich sein werden lässt sich immernoch nicht zuverlässig vorhersagen, da die japanische Regierung bis heute wenig zur Aufklärung der Bevölkerung beigetragen hat.

Hierzulande wurde die große Welle an Eilmeldungen und Bewegtbildern einer qualmenden AKW-Anlage von anderen aktuelleren Themen weitestgehend verdrängt. Zwar schien die Demonstrationsbewegung in Deutschland japanischen Aufwind diesen Sommer zu erleben, an Stammtischen, in den Nachrichten und Talkshows, in Zeitungen und der Kaffeepause geht es aber inzwischen wieder um Schlagzeilen wie “Fußballschauen wird billiger” oder was Hitlers Lesebrille kostet. Fukuwas?

Vergessen & Schützen

Bei gefühlten 10.000 sogenannten “Breaking News” am Tag, werden Ereignisse wie Fukushima binnen weniger Wochen, wenn nicht sogar Tage, aus unserer Welt verdrängt. Zwangsläufig. Denn angesichts der Flut an Informationen, Nachrichten und Horrorgeschichten fällt es schwer monatelang einem Thema die gebührende Aufmerksamkeit zu schenken, zu reflektieren, zu trauern und zu verarbeiten. Eine unvermeintliche Distanz wird aufgebaut, die Tagesschau verkommt zu einem Spielfilm inmitten von anderen Spielfilmen. Ein Schutzschild, um in einer irren Welt die Haltung zu wahren. Ein Schild das im Fall Fukushima dafür sorgt, dass wir in Sachen Atomkraft nicht an die Risiken und unsere Fassungslosigkeit im März, sondern an steigende Energiekosten denken.

Taschen wie Erinnerungskärtchen zu tragen, kann helfen Fukushima etwas länger in unseren Köpfen zu behalten. Wenn der Reaktorunfall in Japan Einfluss auf unsere heimischen Pilze gehabt hätte, könnte man dem Thema noch eine Überlebenschance einräumen. So wie es aussieht, wird März 2012 allerdings kaum noch einer Wissen, was er mit dem Begriff Fukushima anfangen soll.

Wie aus Bomben Schmuck wurde (eine Dokumentation)

Über keinem anderen Land der Erde wurden so viele Bomben abgeworfen wie über dem Vietnam. Rund 7 Millionen Tonnen Herbizide und Bomben trafen das Land über fast 9 Jahre hinweg. Während die Herbizide noch heute zu Missbildungen, Immunschwächen und zahlreichen weiteren gesunheitlichen Problemen unter der Bevölkerung sorgen, leiden die Vietnamesen vor allem an den Unmengen an nicht explodierten Bomben. Ein verseuchtes, armes Land, das noch lange mit den Folgen des Krieges zu kämpfen haben wird.

Buying Back the Bombs

So viel zum Schrecken, der dort heute noch herrscht und viele weitere Generationen beeinflussen und beeinträchtigen wird. Auf YouTube erschien vor kurzen nämlich eine wunderbare, kurze Dokumentation (10 Minuten lang), die mit Hilfe von Kickstarter finanziert wurde und von einer Idee berichtet, die herzerwärmender kaum sein kann. Das Project peaceBOMB stellt aus alten Bombenteilen (neben Löffeln) Armreifen  mit Gravuren wie “I <3 Peace” oder “Dropped + made in Laos” her. Die schmucken Teile sind für 16$ hier zu erwerben, es gibt aber auch etwas hochwertigere Bracelets für 100$.

Mit dem Geld werden übrigens nicht nur Hilfsprojekte vor Ort, sondern auch die zahlreichen Bombenentschärfungen unterstützt, die wohl noch einige Jahrzehnte lang dauern werden und wieder für betretbare Felder und Wälder sorgen. Alles in allem eine wunderbare Idee und die kurze Dokumenation dazu ist die Empfehlung des Tages: