Wo Oma’s Weihnachtssocken jetzt landen werden…

Ressourcen schonen Leute, Ressourcen schonen! Heutzutage grenzt es ja an Irrsinn, wenn man den hässlichen Pullover von Tante Hilde oder die Rentiersocken von Oma Mutti einfach auf den Müll kloppt. Ebay ist sicher eine nette Alternative, aber inzwischen doch schon arg ausgelutscht. Die Zeiten der 1, 2, 3, Meins!-Orgasmen vor dem PC sind schon lange vorbei. Ausserdem fehlen mir hier gefühlte 10.000 positive Bewertungen, um überhaupt noch mitmischen zu dürfen.

Nä nä! Der moderne Öko-Hipster von heute tauscht den ganzen unliebsamen Kram einfach mit Leidensgenossen im Internet. Kurz schicket Foto gemacht von den hässlichen Socken und mit einer kreativen Beschreibung bei kleiderkreisel.de hochgeladen, darf man sich für den Krempel was von Sockenfan1992 im Gegenzug wünschen. Zum Beispiel abgetragene Ohrringe oder eine nette Haarklammer mit Schmetterlingen drauf. Ähnliches gibt’s auch drüben bei Netcycler mit so ziemlich allem Kram, den man entweder ausmisten möchte oder andersherum schon lange auf der Wunschliste hat.

Ich sag’s doch: das Internet rettet irgendwann mal noch die Welt.

Ukrainische Hunde, na und?

Skandalbilder von totgeschlagenen Hunden überschwemmen die sozialen Medien und Adidas muss sich als offizieller EM-Ausstatter einem wahren Shitstorm entgegenstellen. Für die Fußball-Europameisterschaft 2012 wurden in der Ukraine Straßenhunde brutal verfolgt und getötet, um sich als sauberer Gastgeber präsentieren zu können. Der Protest scheint zu funktionieren, auch wenn ihn die wenigsten wirklich ernst genommen haben.

Betroffenheit ist wohl das richtige Wort, um zu beschreiben, was auf Facebook, Twitter und in  zahlreichen Blogbeiträgen die letzten Tage geteilt wurde. Betroffenheit zu zeigen ist dabei das einfachste der Welt. Ein Klick auf  “Teilen” und die vorgefertigten Bilder und Sätze machen im Freundeskreis die Runde. Brutale Bilder, die man kaum verarbeiten kann, die man möglichst schnell wieder wegklicken möchte. Wer sie ignoriert beteiligt sich indirekt am Hundemassenmord, wer das Bild an seine Freunde weiterleitet ist ein Held.

Man präsentiert sich als Tierfreund, dem ukrainische Hunde am Herzen liegen. Man engagiert sich, man zeigt Mitgefühl. Der harte Kern der Tierschützer allerdings geht noch weiter. Er macht sich die Mühe und besucht die Facebook-Seite eines offiziellen EM-Sponsors. Wer nicht so viel Zeit hat, kann sich einen Text aus den Postings der Kumpels kopieren und auf die Adidas-Pinnwand klatschen. Alternativ reicht auch einfach der kurze wie aussagekräftige Kommentar “HUNDEMÖRDER!!!1″.

Mit nur wenigen Klicks hat jeder von uns seinen Beitrag geleistet, die armen ukrainischen Straßenhunde vor der fiesen Säuberungsaktion zu retten, denn der Protest scheint tatsächlich zu funktionieren.

Die Empörungs-Batterie ist erst einmal leer

Für mehr reicht es leider nicht. Die allgemeine Empörungs-Batterie ist mit dem Social Media-Protest der letzten Tage erst einmal aufgebraucht. Die Meute ist befriedigt, wir können uns alle auf die Schulter klopfen. Protestieren und Beschweren wird immer bequemer. Wir können von zu Hause aus oder unterwegs mit wenigen Klicks die Welt verändern. Das schlechte Gefühl über das Antibiotika-Schnitzel von der Mittagspause weicht dem guten Gewissen, seinen Teil zur Rettung armer Straßenhunde fern der Heimat beigetragen zu haben.

Bald werden unsere Batterien wieder aufgeladen sein. Hoffentlich verballern wir unsere Empörung dann nicht für den überarbeiteten Facebook-Chat oder den neuen “Wetten, dass..?”-Moderator.

OMG! Mario Kills Tanooki

Kuriose Geschichte: Im neuen Super Mario 3D Land steckt Nintendo seinen hyperaktiven Klempner in den sogenannten “Tanooki-Anzug”, der wohl spezielle Fähigkeiten im Game verleiht. Die Tierrechtsorganisation PETA allerdings sieht in der Aufmachung eine klare Botschaft an Kinder und Jugendliche: “Hey Kids! Pelz tragen ist in Ordnung und ne coole Sache”.

Seinen Ursprung hat der putzige Tanooki-Suite nämlich im in Japan beliebten “Tanuki”. In Deutschland kennt man die kleinen süßen Dinger unter dem Namen Maderhunde. Know you now!

Im Game kriegt man natürlich nichts mit, im echten Leben werden die sogenannten raccoon dogs allerdings bei lebendigem Leibe gehäutet. Das Fell findet anschließend zum Beispiel in Schuhen Verwendung. Grausame Sache das, weshalb PETA den Tanooki-Suite aus Super Mario 3D Land aufgegriffen und eine recht brutale Kampagne inklusive Flashgame gestartet hat. Kann man völlig überzogen finden, medienwirksam ist es alle mal.

Mein neues Lieblings-Spiel: Ölplattform-Simulator 2011

Von Zeit zu Zeit entspanne ich nach Feierabend gerne mit Computerspielen aller Art. Zur Zeit hat es mir der Ölplattform-Simulator 2011 angetan. Ob  in der Nordsee oder dem berühmten Golf von Mexiko, mich überkommt jedesmal Gänsehaut, wenn ich meinen langen, großen Bohrer tief draussen auf dem Meer in den Sand stecke, um das schwarze Gold zu pumpen, das unsere Wirtschaft am Laufen hält.

An Weihnachten verschenke ich das Spiel höchstwahrscheinlich an kleine Kinder, für mich hat das was Missionarisches. Quasi ein Gegenpol zu den viel zu übertriebenen Berichten in den Nachrichten. Ölbohren ist sicher, kann Spaß machen und die Zeit vertreiben. Mein Gametipp für kalte Wintertage zorb for sale!

How Your Money Works

Occupy Wallstreet, Schuldenkrise, Wirtschaftskrise, Debatten, Gipfel, Verhandlungen und kein Ende. Geld wird zu einem Reizthema und es wir immer wichtiger. Deshalb umso schöner, wenn es jemand schafft simpel und eindrücklich zu illustrieren, was unser Geld so den ganzen Tag treibt, wenn es für uns arbeitet. Interessant in dem Zuge natürlich auch die Krötenwanderung von Attac.

How Your Money Works from MUSCLEBEAVER on Vimeo.

Was passiert eigentlich mit einem toten Wal?

Eine gute Frage, deren Antwort wohl nur die wenigsten von uns im Detail wirklich kennen. Sharon Shattuck and Flora Lichtman füllen diese Wissenslücke mit einem wunderbaren Kurzfilm und haben damit gleichzeitig eine kreative Liebeserklärung an das sensible Ökosystem Meer geschaffen. Die Antwort wird euch übrigens gefallen, versprochen.

Whale Fall (after life of a whale) from Sharon Shattuck on Vimeo.

Wie aus Bomben Schmuck wurde (eine Dokumentation)

Über keinem anderen Land der Erde wurden so viele Bomben abgeworfen wie über dem Vietnam. Rund 7 Millionen Tonnen Herbizide und Bomben trafen das Land über fast 9 Jahre hinweg. Während die Herbizide noch heute zu Missbildungen, Immunschwächen und zahlreichen weiteren gesunheitlichen Problemen unter der Bevölkerung sorgen, leiden die Vietnamesen vor allem an den Unmengen an nicht explodierten Bomben. Ein verseuchtes, armes Land, das noch lange mit den Folgen des Krieges zu kämpfen haben wird.

Buying Back the Bombs

So viel zum Schrecken, der dort heute noch herrscht und viele weitere Generationen beeinflussen und beeinträchtigen wird. Auf YouTube erschien vor kurzen nämlich eine wunderbare, kurze Dokumentation (10 Minuten lang), die mit Hilfe von Kickstarter finanziert wurde und von einer Idee berichtet, die herzerwärmender kaum sein kann. Das Project peaceBOMB stellt aus alten Bombenteilen (neben Löffeln) Armreifen  mit Gravuren wie “I <3 Peace” oder “Dropped + made in Laos” her. Die schmucken Teile sind für 16$ hier zu erwerben, es gibt aber auch etwas hochwertigere Bracelets für 100$.

Mit dem Geld werden übrigens nicht nur Hilfsprojekte vor Ort, sondern auch die zahlreichen Bombenentschärfungen unterstützt, die wohl noch einige Jahrzehnte lang dauern werden und wieder für betretbare Felder und Wälder sorgen. Alles in allem eine wunderbare Idee und die kurze Dokumenation dazu ist die Empfehlung des Tages:

Was macht man mit alten Lego-Steinchen?

Kleine Plastiksteinchen mit Nippeln in vielen unterschiedlichen Farben. Vor einigen Jahren haben sie für uns noch die Welt bedeutet. Städte, Autos und Häuser geschaffen, die wir mühsam nach Anleitung zusammengefrickelten, bis Mama mit ihrem Staubsauger oder der Bruder mit seiner Tollpatschigkeit alles zerstörten. Jetzt liegen die Plastiksteinchen im Keller, völlig unsortiert in Kisten. Was tun damit? Wegwerfen? Nope, das wäre nicht sehr heldenhaft.

Viel cooler dagegen wäre es, die alte Kiste aus dem Keller zu heben und einen Super Star Destroyer oder Batmans Tumbler zu bauen. Yeah!