Der japanische Kaka-Burger

Glory & Consequenses

Na ihr Vegetarier? Lustlos und Schlapp auf der Suche nach Fleischersatz? Wir hätten da was für Euch: der Kaka-Burger aus Japan. Hört sich erst einmal nicht sonderlich appetitlich an, die Vorteile überwiegen nach kritischem und objektivem Begutachten jedoch die Nachteile, sich menschliche Exkremente reinzudonnern. Der Hunger treibt’s schließlich rein.

Fakt ist: Fleischkonsum ist mindestens so beschissen wie die Poop-Burger aus Japan. Warum? Weil die Fleischindustrie für rund 18% der Treibhausgase verantwortlich ist und Tiere essen gegen den Lifestyle und die Ethik von immer mehr Menschen spricht. Vegan oder zumindest Vegetarisch zu leben ist in und Fleischersatz wie Tofu & Co. erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Höchste Zeit also Ökofleischersatz aus unserem eigenen Mist herzustellen, findet jedenfalls der japanische Forscher Mitsuyuki Ikeda.

Seine geniale Burger-Maschine extrahiert dabei die gesunden Proteine und Lupine aus menschlichen Exkrementen. Anschließend wird der Modder mit Steaksoße und Soja schmackhaft gemacht. Ikeda wirbt für seine Erfindung: der Poop-Burger habe kaum Fett, sei nahrhaft und wesentlich verträglicher für die Umwelt als Fleisch.

Noch kostet der Kilo seines Fleischersatzes etwa 10 bis 20 mal mehr als ein herkömmliches Stück Rind aus dem Supermarkt. Bald schon, ja sehr bald schon, werde aber sein Kaka-Burger wesentlich günstiger sein als Deutschländer im Glas oder Aufschnitt vom Metzger. Er hofft, dass dann viele Menschen ihren Würgereflex überwinden werden, um sein „Artificial Meat“ runterzukriegen. Vielleicht hat irgendwo auf der Welt jemand ja bis dahin herausgefunden, wie man Bier aus Urin herstellt, um den Mist dann entsprechend runterzuspülen.

Fisch-Stalker

Rund 75 % der kommerziell bedeutsamen Fischarten sind bis an ihre Grenzen befischt, über 25 % der
Bestände sogar überfischt. Laut Weltnaturschutzorganisation IUCN sind 3.000 marine Arten vom Aussterben bedroht. Die Bestände an Großfischen sind sogar um 90 Prozent dezimiert. Fisch ist und bleibt gesund (sorry liebe Veggies), aber der unglaubliche Konsum an Thunfisch & Co. schadet dem gesamten Ökosystem. Wie cool wäre da mal ein Anbieter von Öko-Bio-Fisch? Richtig: sehr cool.

Dachte sich wohl auch fish & more und hat mit followfish ein zu 100% nachhaltiges Marken- und Produktionskonzept entwickelt. followfish achtet dabei nicht nur auf Bio-Qualität, sondern auch auf die harten Richtlinien von MSC und WWF. MSC steht für Marine Stewardship Council – was auf deutsch etwa der Formulierung ‘Rat für verantwortungsvolle Fischerei’ entspricht. Der MSC ist eine unabhängige Organisation, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die weltweiten Fischbestände zu sichern.Zu den Regeln des MSC gehört zum Beispiel, dass entweder überhaupt kein Beifang entsteht oder er konsequent verzeichnet wird.

Bei den Fisch-Lieferanten wird ausserdem darauf geachtet, dass die Fischzucht nicht dem umliegenden Ökosystem schadet, die Tiere nicht mit Müll gefüttert und unnötig mit Medikamenten vollgestopft wurden. Followfish hat aber noch mehr zu bieten, als nur guten Fisch: ein Online-Tracking-Tool, mit dem man den gekauften Fisch quasi nachträglich stalken kann. Wo kommt die Ware her, die ich mir grade in der Pfanne bruzel? Diese Frage stellen sich immer mehr Verbraucher, dem wird followfish mit der neuen Tracking-Methode gerecht. Dabei ist auf jeder Verpackung ein Code gedruckt, der nach Eingabe ins Online-Tool sofort zeigt, wo der Fisch herkommt und welchen Weg er hinter sich hat. So wird der Produktions- und Lieferprozess komplett offen gelegt und der Fischgenuss wird etwas grüner. Ahoi & Guten Appetit!

BREAKING NEWS: Ken verlässt Barbie!

Das Traumpaar der Spielzeugkiste hat sich getrennt. Nachdem Barbie und Ken sich während der Dreharbeiten zu Toy Story 3 wieder neu verliebt haben, hat der Plastik-Sunnyboy sich nun endgültig von der berühmtesten Plastikdame der Welt verabschiedet! Grund für den Beziehungskrach: Barbies ekelerregende Vorliebe für Regenwaldholz. In einem Exklusivinterview wurde Ken Videomaterial zugespielt, in dem seine Ex mit der Kettensäge in Indonesien ganze Quadratkilometer kostbarstes Regenwaldholz für ihre Verpackung erntet und somit den Lebensraum von Orang-Utans, Tigern und Elefanten wahllos zerstört.

Der etwas ernstere Hintergrund dieser Klatsch-Geschichte: bei der Enthüllung handelt es sich um das wohl beste Viral dieses Jahres, initiiert von Greenpeace um auf die Regenwaldabholzung durch Hersteller Mattel aufmerksam zu machen. „Barbie, it’s over“ oder auf Deutsch „Barbie, ich mach schluss“ lautet die Kampagne der Umweltaktivisten, auf dessen Website (greenpeace.org/barbie) nicht nur ein sehr gut gemachtes Video von der Trennung berichtet, sondern User auch die Möglichkeit haben eine Mail an Mattel zu schicken.

Hoffen wir, dass Ken bald eine etwas grünere Freundin finden wird.

iBamboo – Ihr Holzköpfe!

Elektronische Lautsprecher für das Volksmobiltelefon, kurz iPhone, gehören neben Schutzhülle und AngryBirds zum Basispaket für echte Apple-Freaks. Leider ist das mit Elektromüll immer so eine Sache. Wie also den Musikgenuss nachhaltig genießen? Right: mit einem Bambusrohr.

Ein einziges Bambusrohr aus nachwachsenden Rohstoffen, ohne Plastik, ohne Elektronik. Innerhalb des Rohrs sorgen die Echos für einen tieferen, lauteren Sound und verstärken somit die kleinen iPhone-Lautsprecher. Eine Empfehlung vom Hersteller was das Genre angeht gibt’s auch: Jazz und Klassik entfalten im Bambusrohr ihr Potenzial am Besten. Eine clevere, grüne Alternative zum teuren High-Tech-Gedöhns. Finanziert wurde iBamboo übrigens über Kickstarter. 30 bis 30$ soll das Rohr kosten.

Veröffentlicht unter Design

Die Revolution beginnt

Aus ganz privaten Gewissensgründen landet bei uns keine bionade mehr im Einkaufskorb – einfach so von heute auf morgen. Stattdessen haben wir Ausschau nach etwas cooleren Trendgetränken gehalten und sind promt auf ChariTea gestoßen. Allein der Name schon, und die Flaschen erst. Ein dicker fetter Mittelfinger an bionade – yes.

Um was geht’s? ChariTea ist keine miese Schlampe des wahnsinnigen Dr. Oetkers die das Geheimlabor verlassen darf um mit pseudo-lustigen TV-Spots Greenwashing zu betreiben, sondern eher ein Fairtrade-Bio-Charity-Getränk von Plantagen in Südafrika und Sri Lanka, wo mit den Fairtrade-Geldern Bildungs- und Gesundheitsprojekte unterstützt werden. Trinkend die Welt retten sozusagen. Drei Sorten, alle ohne Zucker, leicht verfeinert mit Agavendicksaft und Fruchtsäften. Alles aus kontrolliert biologischem Anbau.

Recht sympathisch auch die Gründungsstory unseres neuen Lieblingsgesöffs. Zwei Hamburger Jungs hängen ihre Jobs an den Nagel um in der eigenen Küche wirklich nachhaltige Softdrinks zu mischen. Mit Hilfe schwedischer Designer, hanseatischer Kreativköpfe und hessischer Tüftler wurden im Sommer 2009 ChariTea und der kleine Bruder, LemonAid, auf den Markt gebracht. Beide Marken setzen auf fairen Handel, zudem fließt ein wesentlicher Anteil der Gewinne in soziale Projekte in den Herkunftsländern.

Also liebe biohelden, auf geht’s. Fleissig gesunde und nachhaltige Limo konsumieren und mit jedem Schluck die Welt ein bisschen besser machen!

Der neue Garten-Hype

Wer wirklich hip, richtig cool und total öko sein möchte, gehört zum eingeschworenen Kreis der DIY’ler. DIY – das ist kein Independent Label aus den Staaten und auch kein neuartiger Online-Dienst, sondern bedeutet so viel wie „Do It Yourself“, also „Mach’s dir selbst“. Selber basteln oder selber machen hört sich im ersten Moment irgendwie falsch an, denn wer hat im 21. Jahrhundert noch Lust irgendetwas selbst zu machen? In Sachen Grünzeug allerdings sind sogar Berliner Großstadtkinder so geil auf DIY, dass sich daraus eine ganze Bewegung im Land entwickelt hat. Blühende Landschaften allerorts also.

Um auf den Punkt zu kommen: Gärtnern ist keine Freizeitbeschäftigung pensionierter Beamter mehr, sondern wird von immer mehr Menschen auch jungen Alters entdeckt. Menschen die Freunde haben, in der Gesellschaft integriert sind. Normale Menschen also, die hobbymäßig zusammen gärtnern. Klingt irgendwie genauso falsch wie „Mach’s dir selbst“, erhält aber nach genauer Prüfung das kollektive „Cool-Siegel“.

Achtet man auf ein paar ganz entscheidende Dinge, kann das Gärtnern sogar Spaß machen, Lebensfreude schenken und das allgemeine Wohlbefinden erheblich steigern. Back to the roots also, keine abgepackten Kirschtomaten vom Netto mehr, sondern selbst gepflanztes und mit den eigenen Händen erlegtes Blattgemüse aus dem eigenen Boden. Der moderne Großstädter macht sich am Wochenende so richtig schmutzig und genießt Sonntags sein Bier mit Blick auf die umgepflügte Erde, dessen Früchte er schon bald sein Eigen nennen kann. Natur erleben kann so einfach sein Inflatable Water Game.

So einfach? So einfach und bodenständig gestaltet sich das Beet-Erlebnis dann leider doch nicht. Denn das Wissen um iPhone-Apps, Twitter Hashtags, Facebook-Privateinstellungen und Excel-Makros hat den reichen Erfahrungsschatz zum Thema Gemüse- und Obstanbau unserer Vorfahren sehr rigoros aus unseren Köpfen verdrängt. Mischkultur? Fruchtfolge? Welche Gemüse passen eigentlich so zueinander, welche nicht? Direkt säen oder vorziehen? Und wie geht eigentlich dieses Kompost-Dingens nochmal?

Unsere Eltern würden sich jetzt das Buch „Der Biogarten“ von Marie-Luise Kreuter besorgen und sich erst einmal in aller Ruhe mit dem komplexen Thema des Gemüse- und Obstanbaus befassen. Erst einmal ruhig angehen, sich informieren, sich Kompetenz aneignen und dann gemütlich loslegen. Unsereiner geht die Dinge jedoch anders an. In FarmVille sieht das ja schon mal alles recht einfach aus und ich will ja jetzt nicht Bücher wälzen, sondern mir die Hände schmutzig machen, rumbuddeln, Samen in den Schlamm drücken und mit einer kühlen Flasche Bier in der Hand zufrieden mein Werk betrachten.

Wie gehen wir also solche Herausforderungen an? Ganz klar: wir Googlen nach einem Online-Tool, das uns den Lösungsweg enorm verkürzt. Nach wenigen Minuten auch schon das erste Erfolgserlebnis, alles andere hätte die Lust auf’s neue Hobby sowieso gleich wieder verdorben: anbeeten.de. Der Gemüseplaner der digitalen Avantgarde, mein Excel für unseren Garten, endlich ein Link den ich unter meinen Freunden teilen kann um zu zeigen: Yes, ich bin Öko, ich bin hip und ich bin gerade dabei meinen Garten ONLINE zu planen! Die perfekte Symbiose aus „ich bin sowas von 2011“ und „ich buddel sowas von gleich meinen Garten um“.

Worum geht’s hier? Wer im tiefsten Winter einfach wahllos Samen verteilt, wird eher semi-professionelle Ergebnisse erzielen und in kurzer Zeit die Lust am Gott spielen im eigenen Garten verlieren. Anbeeten.de hilft dabei, das ganze nerdiger, durchdachter und cleverer durchzuführen. Ein ausgefuchster Marshallplan für das eigene Beet also. Die Entwickler selbst schreiben dazu auf der Startseite: „Wir von anbeeten wollen Ihnen das Planen Ihres Gemüsebeetes wesentlich erleichtern. Denn mit einem guten Plan nutzen Sie den vorhandenen Platz besser und verlängern die Zeit der Ernte. Der Planer vergisst nichts und stellt alles anschaulich dar. Kein Herunterladen, kein Installieren, sondern gleich loslegen und den fertigen Plan von überall direkt aus dem Netz abrufen.“ Hört sich ja schon mal richtig cool an und wer es schafft die Aufmerksamkeitsspanne aufrecht zu erhalten um weiterzulesen entdeckt gleich im nächsten Absatz: „In Zwei-Wochen-Schritten können Sie das Aussäen bzw. Pflanzen, Wachsen und Ernten der Gemüse mitverfolgen. Ein Kalender erinnert Sie an die wichtigsten Aufgaben.

Mischkultur: anbeeten setzt verschiedene Gemüse nebeneinander, weil sich ungleiche Nachbarn oft besser vertragen als gleiche. Fruchtfolge: Um den Boden zu schonen, unterteilt der Planer Ihr Beet in drei “Felder” und setzt im Drei-Jahres-Rhythmus zuerst besonders gefräßige Gemüse wie Kartoffeln, dann die bescheideneren Möhren oder Radieschen und zum Schluss echte Hungerkünstler wie Erbsen oder Feldsalat. Sie können auch Ihre Kräuter und Beeren mit einplanen – diese “Standorttreuen”erhalten ihren eigenen Bereich auf dem Beet. “

Farmville, nur in echt! Und doch irgendwie noch mit Internet und Bildschirm. Einfach grandios und nur zu empfehlen. Denn: das eigene Gemüse und Obst schmeckt tausend mal besser als die abgepackten Pestizidbomben aus dem Supermarkt – versprochen!

WWF vs. ARD: Schwarz vs. Weiß

Am Mittwochabend hat der WWF von einem gewissen Herr Huismann in einer etwa dreiviertelstündigen Dokumentation ordentlich eins auf die Nase bekommen. Jährlich sammelt der WWF rund 500 Mio. an Spenden ein, nicht nur eine enorme Summe an Geld, sondern auch eine enorme Summe an Vertrauen.

Donnerstag (obwohl Feiertag), hat man dann versucht mit Hilfe eines Faktenchecks und der Möglichkeit einer Diskussionsplattform für User, sich gegen die zahlreichen Vorwürfe zu wehren. Recht hilfreich dabei vor allem die aufgezählten Punkte, die für Aufsehen gesorgt haben:

  • Hauptvorwurf 1: Der WWF unterstützt Gentechnik, auch wenn er offiziell etwas anderes behauptet.
  • Hauptvorwurf 2: Der WWF ist käuflich
  • Hauptvorwurf 3: Der WWF billigt die Zerstörung von Regenwald durch Agro-Konzerne.

Videos, Kommentare und Links sollen, so WWF Deutschland, die Vorwürfe als unhaltbar darstellen. Die Verantwortlichen entziehen sich dabei, so wie die zahlreichen Kritiker, jedoch einer ganz grundsätzlichen Frage, die erst durch die ARD-Dokumentation aufgeworfen bzw. hochgekocht wurde: Soll eine Institution wie der WWF Kompromisse mit den “Bösen” eingehen, um wenigsten ein paar der eigenen Interessen durchzusetzen? Also lieber ein wenig Umweltschutz, statt gar kein Umweltschutz?

Eine Frage, die weitere Fragen aufwirft. Wie und mit wem soll eine Naturschutzorganisation eigentlich arbeiten? Sind wir alle grundsätzlich gegen Monsanto, REWE & Co. oder ist es möglich diese Unternehmen zu mehr Verantwortung und Umweltbewusstsein zu bringen? Eine ähnliche Diskussion, der sich übrigens auch Utopia und andere Organisationen stellen müssen.

Ein Hauptproblem am Ende aller dieser Diskussionen bleibt aber ein dickes, fettes Fragezeichen stehen: kann eine so große Organsiation wie der WWF alle Interessen seiner Mitglieder und Förderer unter einen Hut bringen, ohne die eigentlichen Ziele aus dem Auge zu verlieren? Sollte einer einzigen Organisation so viel Verantwortung und Macht geschenkt werden, oder liegt die Zukunft in etwas dezentraleren Crowdfunding-Konzepten wie betterplace.org oder kiva?

Wie uns die Werbeindustrie täuscht

Jaja – die Werbeindustrie. Spätestens seit Mad Men wissen wir ja, wie es in den Agenturen so zugeht. Alkohol, Frauen und raffinierte Werbekonzepte. Wir Verbraucher danken diese ausgeklügelten Gehirn-Vollwäsche-Programme mit fleißigem Konsum der allerorts beworbenen Produkte. Irgendjemand muss diese fast schon poetischen Slogans ja honorieren – wer denn wenn nicht wir? Wohin kämen wir denn, wenn man Werbung für bare Münze nehmen würde? Wohin kämen wir denn, wenn niemand den filmischen Unterbrechungen unserer heißgeliebten Realtiy-TV-Formaten mehr glauben würde? Wenn die angepriesenen Kalorien-Atombomben wirklich so ungesund wären, würde doch der Verbraucherschutz eingreifen?

 

Padong! Aufwachen! Nimm2 ist keine gesunde Nahrungsergänzung für Kinder, Activia ist kein Super-Joghurt für den Darm, im Gelben Eistee von Pfanner ist kein Tee und die schlimmste Werbelüge 2011: Milch-Schnitte ist KEIN leichter, lockerer Snack für Sportler!

 

Oh mein Gott. Wurden wir wirklich über all die Jahre von der Lebensmittelindustrie so schamlos belogen? Entsteht hier eine Panikmache von Verschwörungstheoretikern oder was hat es mit diesen Enthüllungen auf sich?

 

Enthüllungen? Nicht wirklich. Wer ein Fünkchen Rest-Verstand hat, weiß, dass Joghurt allein keine Verdauungsprobleme kurieren kann, Milch-Schnitte so „leicht“ wie eine Schocko-Sahne-Torte und Nimm2 nur gefärbter Zucker ist. Trotzdem hat foodwatch mit der „abgespeist-Initiative“ und dem Goldenen Windbeutel für die dreisteste Werbelüge des Jahres eine hochinteressante und sehr dringende Aufklärungskampagne geboren – denn vor allem die, wie Politiker immer so schön sagen, bildungsfernen Schichten tappen gerne in diese unglaublich perfiden Werbelügen und versorgen ihre Kinder täglich mit gesunden Vitamin-Kaubonbons. Kind freut sich, hält die Klappe und Mutter freut sich, weil der Schraz nicht zum täglichen Obst gezwungen werden muss.

Wenn sich jemand dem Thema Ernährung und Werbelügen annimmt und so wunderbar darstellt wie foodwatch ist das nicht nur ein Aufrütteln und Informieren der Bürger zu einem wichtigen Thema, sondern auch ein Schaubild für ein generelles Problem in Sachen Konsum: Überinformation. Wo man geht und steht: Informationen und vor allem Falschinformationen durchdringen die Medien und unseren Alltag. Herr und Frau Otto-Normal-Verbraucher können nicht alles genau nachprüfen, was ihnen aufgetischt wird. Dazu haben Sie auch gar keinen Bock.

Doch der Erfolg der abgespeist-Kampagnen sind auch ein Lichtblick: immer mehr Verbraucher hinterfragen den Scheiß, der Ihnen tagtäglich in sämtlichen Kanälen gepredigt wird. Sie werden mündig, wie man so schön sagt. Sie wollen informiert und aufgeklärt werden, von unabhängigen Institutionen, die keine Angst haben Ferrero einen Goldenen Windbeutel für ihre Dreistigkeit zu überreichen. Die keinen Grund darin sehen sich für die Multimillionenkonzerne zu prostituieren um den kaufkräftigen Konsumlemmingen kundzutun, wie gesund doch der Zucker-Rotz sei, den man seinen Kindern verabreichen solle.

Und das schöne dabei: es informieren sich nicht nur Rentner und Mütter, sondern auch junge Menschen. Die Kanäle die etabliert wurden um uns vermeintlich gesunde Zucker-Innovationen zu verticken werden umgedreht in Richtung Unternehmen. Wer uns mit Müll bewirft und schlechten Slogans tagtäglich durch alle Lautsprecher anschreit, dem wird zurück gebrüllt. Via E-Mail, Facebook, Twitter, Blogs & anderem digitalen Schnick-Schnak, von dem „die da oben“ sowieso keinen blassen Schimmer haben.

Bilder, Werbesätze- und -Konzepte werden auseinander gepflückt und seziert. Geile Sache das und das Schönste dabei: wer sich dem neuen kollektiven Karma-Filter anpasst, also auf umweltbewusste Verpackungen, natürliche Inhaltsstoffe und nachhaltige Werbe- und Unternehmenskonzepte setzt, uns nicht irgendeinen erfunden Bullshit entgegenschreit, sondern uns ehrlich erzählt was seine Produkte wirklich für uns tun, wird in Zukunft die Nase vorn haben. Der verdient Respekt, der verdient unser sauber erarbeitetes Geld.